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100 Jahre Bugatti PDF Drucken E-Mail
News - Kurzmeldungen
Montag, den 27. Juli 2009 um 09:22 Uhr
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Vive la Marque!

090727-bugatti1Bugatti ist eine der berühmtesten Automarken der Welt. Die Fahrzeuge galten als die besten Sportwagen ihrer Zeit. Der ursprüngliche Betrieb ging zwar nach dem Zweiten Weltkrieg verloren, aber die Marke erstand wieder neu und existiert noch heute - genau 100 Jahre.

 

Ettore Arco Isidoro Bugatti enstammt einer Mailänder Künstlerfamilie. Obwohl die Bugattis ihre Wurzeln in Norditalien haben, baute Ettore Bugatti seine Fabrik 1909 im zum Deutschen Kaiserreich gehörenden Elsass. Der Ort Molsheim wurde so zum Synonym für Gestaltungs- und Ingenieurskunst im Automobilbau. Bugatti gab sich nie mit Mittelmaß zufrieden. Er war rasch bekannt für außergewöhnliche Konstruktionsleistungen bei Luxus-Automobilen und für Erfolge bei Grand-Prix-Rennen. Die sportlichen Erfolge gipfelten im zweimaligen Doppelsieg bei den 24 Stunden von Le Mans 1937 und 1939.

 

090727-bugatti3Ebenso überschaubar wie das Modellprogramm blieb die Gesamtzahl der produzierten Fahrzeuge. Über 50 Jahre wurden nicht einmal 8.000 Bugattis gebaut. Berühmt sind der T 35 Renn- und der T 55 Sportwagen. Die größten Stückzahlen wurden vom T 57 produziert. Bugattis Ikone aber ist zweifellos der Royale. Dieser Wagen sollte alles, was die Luxusauto-Hersteller jener Zeit zu bieten hatten, in den Schatten stellen. In dieser Hinsicht enttäuschte der Royale keineswegs. Weder Rolls Royce, Duesenberg noch Hispano Suiza konnten dem mächtigen T 41 das Wasser reichen. Dennoch bedeutete dieses Projekt beinahe den Ruin. Die damaligen Fürsten und Könige wollten dieses Repräsentationsfahrzeug nicht und in der Weltwirtschaftskrise fehlte die großbürgerliche Kundschaft. Nur sechs Chassis des T 41 wurden gefertigt, sie erhielten insgesamt elf verschiedene Karosserien. Die geringe Stückzahl des Royale macht ihn heute zu einem der weltweit begehrtesten Classic Cars. Immerhin, Ettore Bugatti konnte seine Firma durch einen Auftrag für den Entwurf eines Schienenfahrzeugs retten, das er mit vier der riesigen Achtzylindermotoren mit je 200 PS Leistung des Royale bestückte. Noch bis 1956 verkehrte dieser Expresszug zwischen Paris und La Havre, Caen, Cherbourg und Deauville.

 

090727-bugatti2Ettore Bugattis begabter Sohn Jean setzte die Design- und Konstrukteurs-Tradition seines Vaters fort. Mit dem auf dem T 57 basierenden Atlantic gestaltete er ein avantgardistisches Auto mit Anleihen am Flugzeugbau.

 

Sein letztes Werk war der T 64, der erst kürzlich aus dem Dornröschenschlaf erweckt wurde und nun als unrestauriertes Schaustück am Schloss Dyck zu besichtigen ist. Jean Bugatti verstarb auf einer Testfahrt, als er mit hoher Geschwindigkeit einem Hindernis ausweichen musste und gegen einen Baum fuhr.