Die Supersportwagen von Mercedes-Benz:
Sie sind ein Hauptthema der diesjährigen Classic Days: Die Supersportwagen mit Stern. Das Display am Schloss Dyck umfasst 108 Jahre Kompetenz in dieser Königsklasse der Straßenfahrzeuge.
Mercedes-Simplex 40 PS, 1902
Der Mercedes-Simplex begründete mit tief liegendem Schwerpunkt, dem leichten, sehr niedrig eingebauten Hochleistungsmotor und dem markanten Bienenwabenkühler die Supersportwagen-Tradition von Mercedes-Benz. Das Modell Simplex 40 PS schrieb Erfolgsgeschichte und dominierte die Rennwoche von Nizza im April 1902. Der Engländer E. T. Stead gewann das Bergrennen Nizza – La Turbie vor Lemaitre und Werner, ebenfalls auf 40 PS, und konnte Werners Vorjahresrekord von 51,4 km/h nochmals verbessern – auf beachtliche 55,2 km/h. Auch beim Meilenrennen waren die Simplex 40 PS äußerst erfolgreich und erreichten Geschwindigkeiten von über 100 km/h.
Mercedes-Benz SSK, 1928
Bei den Classic Days schon mehrfach gestartet, noch lieber gehört: Von den Sechszylinder-Kompressor-Sportwagen derMercedes-Benz S-Reihe ist der Typ SSK die sportlichste, exklusivste und faszinierendste Ausführung. Die Modellbezeichnung steht für Super-Sport-Kurz. Gegenüber dem SS war der SSK 45 cm verkürzt. Er war für Bergrennen konstruiert, wo es wegen der engen Kurven in besonderem Maße auf Wendigkeit ankam. Werksfahrer Rudolf Caracciola gewann im Sommer 1928 damit das Gabelbachrennen und die Rennen auf den Schauinsland und den Mont Ventoux. Zahlreiche weitere Siege folgten, und Caracciola wurde in den Jahren 1930 und 1931 Europa-Bergmeister. Die letzte, gewichtsreduzierte und nochmals leistungsgesteigerte Version von 1931, die als SSKL (Super-Sport-Kurz-Leicht) bekannt ist, erzielte ebenfalls spektakuläre Erfolge. Rudolf
Carraciola gewann als erster Nicht-Italiener die „Mille Miglia“ auf SSKL im April 1931.
Mercedes-Benz 300 SLR Uhlenhaut Coupé, 1955
Die Coupé-Version des 300 SLR Rennsportwagens entstand 1955, um den Fahrern des Mercedes-Benz Teams bei den strapaziösen Langstreckenrennen der Saison 1956 besseren Schutz vor Wind, Regen und Staub zu bieten. Zum Renneinsatz der geschlossen Version kam es jedoch nicht mehr. Im Oktober 1955 verkündete Daimler-Benz den Ausstieg aus dem Rennsport. Das 300 SLR Coupé wurde Dienstwagen und rollendes Labor von Versuchs-Chef Rudolf Uhlenhaut. Er galt als exzellenter Fahrer und legte in zahlreichen Fahrten quer durch Europa große Entfernungen zurück. Er demonstrierte damit sehr eindrucksvoll die Zuverlässigkeit und Alltagstauglichkeit dieses hochkarätigen, gut 300 PS (220 kW) starken Rennsportwagens. Obwohl in der Öffentlichkeit über eine Serienfertigung spekuliert wurde, blieb es bei den beiden Exemplaren der Versuchsabteilung, die heute zu den faszinierendsten Sammlungsfahrzeugen von Mercedes-Benz Classic gehören.
Mercedes-Benz C 111-II Diesel-Rekordwagen, 1976
Das Experimentalfahrzeug C 111, das 1969 auf der IAA in Frankfurt debütierte, avancierte bereits am ersten Tag zum Publikumsmagnet der Messe. Die Fahrleistungen konnten sich sehen lassen: 206 kW (280 PS), 260 km/h, 5 Sekunden von 0 auf100 km/h. Damit war der C 111 ein echter Supersportwagen, ging aber nie in Serie. Stattdessen wurde der C 111 zum Urvater neuer Generationen von Forschungsfahrzeugen. Als Rekordwagen spielte er ab 1976 auch eine wichtige Rolle bei der Dieselmotoren-Entwicklung. Der 80 PS starke Dreiliter-Fünfzylinder-Diesel, der 1974 eingeführt wurde, sollte mit einem Turbolader kombiniert werden. Der auf 190 PS gesteigerte Fünfzylinder stellte bei einer 64 stündigen Fahrt insgesamt 16 internationale Rekorde über unterschiedliche Distanzen und Zeiten auf. Die Rekorde über 5.000 Meilen, 10.000 km und 10.000 Meilen waren auch Weltrekorde, unabhängig von jeder Hubraumbegrenzung. Die Durchschnittsgeschwindigkeiten über die unterschiedlichen Distanzen lagen alle bei mehr als 250 km/h.
Mercedes-Benz CLK-GTR Roadster, 2002
Für die FIA-GT-Meisterschaft 1997 entwickelten Mercedes-Benz und AMG in nur 128 Tagen den CLK-GTR. Der Rennsportwagen dominierte die Saison 1997, gewann sechs von elf Rennen der Meisterschaft und erzielte dabei vier Doppelsiege. Am Ende der Saison war Mercedes-Benz Sieger der Teamwertung und gewann mit DTM-Champion Bernd Schneider auch die Fahrerwertung. Das Reglement verlangte, dass mindestens 25 Stück des Sportwagens gebaut und verkauft werden. Dementsprechend präsentierte Mercedes-Benz im April 1997 den CLK-GTR in der Ausführung als straßentauglicher Hochleistungssportwagen mit V 12 Mittelmotor. Im Jahr 2002 entstand in der schwäbischen Motorsportschmiede eine zweite Kleinserie von fünf Fahrzeugen, diesmal in einer offenen Version als Roadster ohne Stoffverdeck. Von beiden Varianten – dem Coupé und dem Roadster - befindet sich je ein Exemplar in der Fahrzeugsammlung des Werks.
Mercedes-Benz SLS AMG, 2010
Faszination und Hightech. Mit einer Fahrvorstellung auf der Rennstrecke Laguna Seca in Kalifornien demonstriert der Mercedes-Benz SLS AMG sein Leistungspotenzial. Die Testfahrten mit dem mehrfachen DTM-Champion Bernd Schneider zeigen deutlich, dass der neue Supersportwagen Faszination und Hightech auf höchstem Niveau vereint. Das Erfolgsrezept: konsequenter Leichtbau mit Aluminiumkarosserie sowie überlegene Fahrdynamik durch Hochleistungsmotor, Doppelkupplungsgetriebe und Transaxle-Bauweise. Dazu ein atemberaubendes Design. Angefangen mit den markanten Flügeltüren, zitiert es prägnante Details aus der faszinierenden Historie der Mercedes-Benz Supersportwagen. Und strahlt vor allem eines aus: Hier ist einer der schönsten Sportwagen des 21. Jahrhunderts entstanden. Damit hat der SLS AMG schon jetzt das Zeug, ein Klassiker der Zukunft zu werden – und die einzigartige Erfolgsgeschichte der Mercedes-Benz Supersportwagen fortzuschreiben.
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