Das waren noch Zeiten, als Caravanhändler zur Werbezwecken reimten: „Urlaub wie Diogenes – MCN ermöglicht es“. Bescheiden wie der altgriechische Philosoph Diogenes war, wohnte er in einer Tonne und reiste damit von Sinop an der heute türkischen Schwarzmeerküste bis nach Athen. Damit wurde er zum Sinnbild des Caravaners.
Der Bereich der Nostalgic Journeys ist das Geschwisterchen der Sonderausstellung zur Wirtschaftswunderzeit: Mit der Mobilität kam die Sehnsucht nach großer Alpenfahrt und Gardasee, nach Adria und Ostseestrand. Und mit dieser Sehnsucht boomte das Camping, damals Budget-Urlaub und heute Philosophie. Eine Zeitreise durch die rollenden Heimstätten erlaubt der „historische Campingplatz“ in den neuen Gärten. Übrigens sind alle Exponate tatsächlich bewohnt, dieses Museum lebt 24 Stunden non stop.
Längst verflossene Markennamen wie „Piccolo“ (Nomen est omen, das Zugfahrzeug heißt Isetta!), die Austermann Knospe, die sich zur Fahrt schmal macht und im Stand per Kurbeltrieb verbreitert, ein niederländischer WaWa-Prototyp von 1948 oder die soliden SMV aus Schweden lassen sich ebenso bewundern wie Reisemobile von Wastfalia oder Schäfer-Orion. Mit Union Lido Vacanze www.unionlido.com hat das Historische Camping einen würdigen Unterstützer gefunden – feierte der italienische Traditionsplatz doch im Mai 2010 selbst sein 55 jähriges Jubiläum. Entstanden aus dem „NSU-Lido“ für die Werktätigen der NSU-Werke – also mit hoher Affinität zur Kraftfahrzeuggeschichte - entwickelte sich Europas größter Campingplatz: Ein Fünf-Sterne-Touristikunternehmen mit heute 500 Angestellten und in der Hochsaison mit bis zu 11.000 Gästen. Den Hauch einer Vorstellung von den Anfängen zeigen die Venezianer nun vor der Schlosskulisse von Dyck.