Classic Days 2010 - Europatreffen der BMW 328 am Schloss Dyck:
Mit dem 328 lancierte BMW einen der interessantesten Sportwagen seiner Zeit. Der Roadster debütierte 1936 beim Eifelrennen und Ernst Jakob Henne gewann damit sogleich die 2-Liter-Klasse. Der 328 hatte einen Sechszylinder mit 80 PS.
Außen unterstrichen zwei Lederriemen als Motorhaubenverschluss den sportlichen Charakter ebenso wie die Zentralverschlüsse der Stahlscheibenräder. Die hydraulischen Bremsen waren ein Fortschritt gegenüber den damals typischen Seilzugbremsen. Der BMW 328 wurde ab 1937 verkauft, bis 1940 wurden gut 460 Exemplare gebaut.
Zeittypisch gab es für den BMW 328 neben der Werks-Roadsterkarosse individuell geschneiderte Aufbauten, wie Cabriolets von Gläser oder Weinberger oder ein Hardtop-Coupé von Wendler. Für die 24 Stunden von Le Mans 1939 ließ BMW beim Carossier Touring in Mailand auf 328-Chassis ein Superleggera-Coupé aufbauen.
Die extradünne Aluminiumkarosserie des Wagens war mit einem Gitterrohrgerüst versteift. 1940 schickte BMW bei der Mille Miglia zwei dieser Coupés sowie drei Roadster ins Rennen. Die Wettbewerbsfahrzeuge erreichten etwa 120 PS bei einem Gewicht des Roadsters von 700 kg bzw. 780 kg beim Coupé, jeweils mit vollem Kraftstofftank. Die Wagen erreichten 200 bis 220 km/h. Huschke von Hanstein und Walter Bäumer gewannen die Mille Miglia 1940 mit dem Le-Mans-Coupé mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 166 km/h. Adolf Brudes und Ralph Röse belegten mit einem der Roadster den dritten Platz.
1940 baute die Karosseriefirma Touring daraufhin drei BMW 328 Fahrgestelle mit offenen Aluminium-Sportkarosserien auf. Wieder wurde die aerodynamische Außenhaut aus Aluminium über einen Leichtmetall-Gitterrohrrahmen geformt. Gewichtsreduktion und Aerodynamik standen im Vordergrund: Die Hinterräder wurden verkleidet, Türgriffe weggelassen, die Felgen waren aus Alu und das Fahrersitzgestell aus einer Elektronlegierung. Die drei Fahrzeuge wurden für das Rennen Berlin-Rom gebaut, das dann aber wegen des Krieges abgesagt wurde. Zwei der drei Wagen gelten immer noch als verschollen. Einer ist inzwischen im Besitz der BMW AG, wurde komplett restauriert und fährt bei den Schloss Dyck Classic Days.
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